Tipps & Tricks für eine erfolgreiche Selbstbehandlung mit dem Faszienholz

  • Man kann mit dem Faszienholz direkt auf der Haut arbeiten, oder auch durch ein dünnes Kleidungsstück hindurch. Nicht aber durch einen dicken Pullover.

  • Wenn wir an unserer Wirbelsäule arbeiten wollen, können wir das im Sitzen oder im Stehen tun. Klemmen Sie das Holz hierzu zwischen einer Stuhllehne / Wand und Ihrem Rücken ein, so daß seine Spitze zu Ihnen zeigt, und dann erhöhen Sie ganz, ganz langsam den Druck.

  • Bringen Sie sich in eine Haltung, bei der die zu behandelnde Stelle entspannt ist. Das heißt, wenn wir an unserer Wirbelsäule arbeiten, muss unser Oberkörper leicht nach hinten gelehnt sein, sonst kommen wir nicht durch die Rückenstrecker-Muskulatur hindurch. Bei der Behandlung im Sitzen an einer Stuhllehne, müssen wir mit dem Hintern etwas weiter nach vorne rutschen.

  • Die besten Behandlungsstellen sind die Knochenkanten! Die Spitze des Faszienholzes sollte immer längs der zu behandelnden Knochenkante ausgerichtet werden. Um Ihre Knochenkante auch wirklich mit dem Heilstab zu erfühlen, ist es nötig, in die Tiefe des Gewebes zu kommen.

  • Um an einer Stelle in die Tiefe zu kommen, an den Knochen an dem die schmerzhafte Faser ansetzt, braucht es ein paar Sekunden Zeit. Dabei sollte der Druck nur ganz, ganz langsam gesteigert werden. Wenn wir versuchen schnell dorthin zu gelangen, baut unser Körper eine natürliche Abwehrspannung auf und macht es uns unmöglich tief in das Gewebe einzutauchen. Je tiefer wir uns rein lassen, desto "angenehmer" wird der Schmerz. Dann können wir uns während einer Selbstbehandlung sogar wohlwollend Stöhnen hören. 
  • Die Atmung sollte dabei immer tief und entspannt bleiben – wie im gesamten Leben.

  • Stellen Sie sich einen Kompass vor. So wie seine Nadel sich immer nach Norden ausrichtet, so sollte sich die Spitze des Faszienholzes immer nach dem stärksten Schmerz ausrichten. Suchen Sie immer das Zentrum des Schmerzes! Dabei werden Sie feststellen, dass sein Wohnsitz sich meist auf einen einzigen Millimeter begrenzen lässt. Dabei bitte den zuvor genannten Punkt beachten. Auch wenn Ihnen dies wahrscheinlich nicht möglich sein wird, man kann es zumindest versuchen.

  • Gehen Sie immer in den stärksten Schmerz hinein und dabei an die Grenze Ihres Aushaltevermögens. Aus wissenschaftlicher Sicht ist vielleicht noch nicht genau geklärt, welche Kettenreaktionen durch so einen intensiven und punktgenauen Schmerz in unserem Körper in Gang gesetzt werden, aber ich bin mir sicher, dass diese einen großen Beitrag zur Heilung leisten.

  • Gehen Sie so fest in den Schmerz, dass Sie es nur 3 Sekunden aushalten. Dann gönnen Sie sich eine Pause und bewegen die behandelte Stelle einmal gründlich durch. Sobald Sie wieder bereit sind, wiederholen Sie die Prozedur für zwei oder drei weitere Male. Dann haben Sie eine Behandlungseinheit abgeschlossen. Je nachdem wie lange Sie Ihre Schmerzen schon haben, oder wie akut diese sind, kann es durchaus sinnvoll sein, am Tag mehrere solcher kurzen Behandlungseinheiten zu praktizieren. Schließlich wollen Sie Ihre Schmerzen doch schnellstmöglich wieder los werden, oder?

  • Gibt man dem Schmerz, der bei einer Behandlung auftritt, einen Sinn, z.B. dass er Teil des Heilungsprozesses ist, kann man ihn deutlich besser aushalten und dabei viel entspannter bleiben. Je entspannter man in den Schmerz gehen kann, desto tiefer kann man in das Gewebe vordringen, was den Heilungsprozess beschleunigt.

  • Nach jeder Behandlung sollte man sich kurz lockern und die bearbeitete Stelle kurz massieren (wenn man drankommt). Leichtes Hüpfen, auf der Stelle laufen oder sich in alle Richtungen räkeln, haben sich hierzu bestens bewährt.

  • Nach der ersten intensiven Behandlung, kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen! Dies kann man umgehen, indem man sich, in einem solchen Fall, erneut intensiv behandelt, also für 10 Minuten. Dabei darf man dann schon auch mal durch einen dicken Pullover hindurch arbeiten, oder man legt sich vor dem Procedere ein Handtuch über die Haut.  

  • Außer einer Erstverschlimmerung kann man sich mit dem Faszienholz keinen Schaden zufügen, es sei denn man sticht es sich in die Augen. Aber unsere Körperwahrnehmung und unsere Intelligenz werden uns vor größerem Schaden bewahren. Vorsicht ist jedoch geboten beim Arbeiten am Nacken! Dabei hatte ich anfangs einem Freund und mir, tatsächlich schon einmal eine "steifen Hals" beschert. Das war zwar ärgerlich, aber ich habe viel daraus gelernt: Verspannte Nacken oder Bandscheibenprobleme in der Halswirbelsäule lassen sich erfolgreich an der Schulterblatt-Oberkante oder am Hinterkopf (Occiput) oder in der Halsbeuge behandeln! Damit löst man alle Schmerzen, die den Hals oder den Nacken betreffen.

  • Es gibt gute und schlechte Schmerzen. Stellen Sie sich vor, Sie würden mit dem Faszienholz in eine offene Wunde stechen. Das wäre eine schlechter Schmerz. Hingegen Schmerzpunkte, die man bei einer Wirbelsäulenbehandlung findet, zwar auch weh tun, aber auch etwas Angenehmes haben können. Solche Schmerzen werden in der Regel nach 2-3 Minuten Behandlungszeit mit dem Faszienholz schwächer werden, was das beste Zeichen für eine erfolgreiche Behandlung ist. Aber dann machen Sie weiter! Behandeln Sie sich öfters! In den meisten Fällen wird man drei bis fünf Tage á mindestens drei Behandlungseinheiten pro Tag brauchen, bis der Schmerz wirklich weg ist. Und sollte er dann irgendwann einmal wieder in Erscheinung treten, wissen Sie ja, was zu tun ist.

  • Wer unter einer Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta) leidet, sollte wirklich nur ganz, ganz vorsichtig an sich arbeiten.

  • In weicheren Gewebeteilen können nach einer Selbstbehandlung Hämatome ("blaue Flecken") entstehen. Das ist im Grunde nichts anderes, als eine Eigenbluttherapie, für die manch einer viel Geld bezahlt.

  • Man kann solange an seiner Wirbelsäule arbeiten, wie man Lust hat. Entgegen meinem persönlichen Lieblingssprichwort: „weniger ist mehr“, trifft es in diesem Fall: „Viel hilft viel!“ deutlich besser. Aber wer schon einmal für 10 Minuten an sich mit dem Faszienholz gearbeitet hat - und dabei auf die Uhr geschaut hat, der weiß, wie lange das ist. Bei meinem Bandscheibenvorfall brauchte ich 30 Minuten am Stück.

  • Je öfter Sie Ihr Faszienholz in die Hand nehmen, umso schneller und erfolgreicher werden Sie mit der Zeit!

  • Nach jeder Behandlung ist es gut, sich zu bewegen oder Sport zu machen!

  • Am effektivsten erlernen Sie die Selbsbehandlungsmethode mit dem Faszienholz während einer persönlichen Begegnung mit mir. Also während einer Massage-Behandlung oder bei einem Gruppenseminar.

  • Wenn Sie schnell wieder gesund werden wollen, sollten Sie nicht warten, sondern starten!